Cannabis-Beleuchtung: Abstand, Dauer und Leistung
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Anbau-Guides15 Min Lesezeit

Cannabis-Beleuchtung: Abstand, Dauer und Leistung

Abstand, Lichtstunden und Wattzahl je Wachstumsphase — plus die Anzeichen, an denen du erkennst, dass die Beleuchtung nicht stimmt.

H
Hanfstecklingshop Redaktion
|06. Februar 2025

Die Beleuchtung ist der Faktor, an dem beim Indoor-Anbau am meisten schiefgeht — und der einzige, den du vollständig selbst bestimmst. Dieser Leitfaden beantwortet die vier Fragen, die dabei zählen: welche Lampe, welcher Abstand, wie viele Stunden und wie viel Leistung — jeweils aufgeschlüsselt nach Wachstumsphase.

Der Abstand der Beleuchtung: die häufigste Fehlerquelle

Zu nah verbrennt die Blattspitzen, zu weit weg lässt die Pflanze lang und dünn wachsen, weil sie dem Licht entgegenstrebt. Beides kostet Ertrag, und beides ist leicht zu vermeiden.

Als Ausgangswerte für LED-Lampen:

  • Steckling und Sämling: 50 bis 70 cm, Lampe gedimmt
  • Wachstumsphase: 40 bis 60 cm
  • Blütephase: 30 bis 45 cm

Natriumdampf- und Keramikbrenner strahlen deutlich mehr Wärme ab und brauchen 20 bis 30 cm mehr Abstand als eine LED gleicher Leistung.

Der verlässlichste Test kommt ohne Messgerät aus: Halte die Handrückseite für 30 Sekunden auf Höhe der obersten Blätter. Wird es unangenehm warm, ist die Lampe zu nah. Und beobachte die Blätter — zeigen die obersten nach oben und wirken sie gebleicht oder haben trockene Ränder, steht die Lampe zu dicht.

Plane mit: In den ersten zwei Wochen der Blüte streckt sich die Pflanze noch einmal deutlich. Wer den Abstand dann nicht nachführt, verbrennt genau die Blüten, auf die es ankommt.

Lichtstunden je Phase

Cannabis reagiert auf die Länge der Dunkelphase, nicht auf die des Lichts. Das macht den Zeitplan einfach:

  • Steckling und Anzucht: 18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkelheit
  • Wachstumsphase: 18/6 — manche fahren 20/4, der Unterschied ist gering
  • Blütephase: 12/12, und die 12 Stunden Dunkelheit müssen ununterbrochen sein

Eine Zeitschaltuhr ist Pflicht. Schon kurzes Licht während der Dunkelphase kann die Blüte stören oder die Pflanze zwittern lassen.

Autoflowering-Sorten sind die Ausnahme: Sie blühen zeitgesteuert und nicht lichtgesteuert. Bei ihnen bleibt 18/6 über den gesamten Zyklus.

Leistung: wie viel Watt du wirklich brauchst

Die Wattzahl auf der Verpackung sagt wenig — entscheidend ist, wie viel Licht davon bei der Pflanze ankommt. Als grober Anhalt für moderne LEDs:

  • 30 bis 40 Watt je Quadratmeter Anbaufläche für die Wachstumsphase
  • bis zu 150 Watt je Quadratmeter in der Blüte, wenn der Ertrag zählt

Für drei Pflanzen auf etwa einem halben Quadratmeter — der Rahmen, den das Cannabisgesetz für den Eigenanbau setzt — reicht eine gute LED mit 100 bis 150 Watt tatsächlicher Leistungsaufnahme vollkommen aus.

Aussagekräftiger als Watt ist der PPFD-Wert, also die Menge nutzbaren Lichts, die pro Sekunde auf einer Fläche ankommt. Sinnvolle Zielwerte: 200 bis 400 für Stecklinge, 400 bis 600 im Wachstum, 600 bis 900 in der Blüte. Wer keinen Messwert hat, fährt mit den Abständen oben gut.

Welche Beleuchtung passt: LED, NDL oder Leuchtstoff

LED ist heute für den Eigenanbau die naheliegende Wahl: wenig Abwärme, geringer Stromverbrauch, volles Spektrum, lange Lebensdauer. Der Anschaffungspreis ist höher, rechnet sich aber über den Verbrauch.

Natriumdampflampen (NDL) liefern viel Licht fürs Geld und werden in der Blüte noch geschätzt, produzieren aber erhebliche Abwärme — in einem kleinen Zelt wird das schnell zum Klimaproblem.

Leuchtstoffröhren und CFL sind für Stecklinge und Sämlinge brauchbar, weil sie kaum Wärme abgeben. Für die Blüte fehlt ihnen die Leistung.

Beleuchtung für Stecklinge und Sämlinge

Frisch gelieferte Stecklinge kommen aus einer dunklen, feuchten Verpackung. Sie brauchen in den ersten Tagen wenig Licht — helle Umgebung ohne direkte Bestrahlung, hohe Luftfeuchtigkeit, und erst nach drei bis fünf Tagen schrittweise mehr. Wie das im Detail abläuft, steht in unserer Anleitung für die ersten Wochen.

Für Sämlinge gilt dasselbe in abgeschwächter Form: Sie vertragen ab dem ersten echten Blattpaar mehr, reagieren aber empfindlich auf zu große Nähe. Gedimmt starten und über zwei Wochen hochfahren.

Anbau ohne künstliche Beleuchtung

Ohne künstliche Beleuchtung übernimmt draußen die Sonne. Das funktioniert, bindet den Zyklus aber an die Jahreszeit: Ausgepflanzt wird nach den Eisheiligen, geerntet im Spätsommer bis Herbst, wenn die Tage kürzer werden und die Blüte von selbst einsetzt.

Der Standort braucht mindestens fünf bis sechs Stunden direkte Sonne. Beachte dabei die gesetzliche Auflage, dass die Pflanzen vor dem Zugriff Dritter geschützt sein müssen — auf einem einsehbaren Balkon ist das eine Frage des Sichtschutzes.

Woran du erkennst, dass die Beleuchtung nicht stimmt

  • Lange Abstände zwischen den Blattachsen, dünner Stängel: zu wenig Licht oder zu großer Abstand.
  • Gebleichte oder trockene obere Blätter: Lampe zu nah.
  • Blätter zeigen steil nach oben („Beten"): die Pflanze bekommt sehr viel Licht — noch kein Schaden, aber die Grenze ist erreicht.
  • Blüte setzt nicht ein: Lichteinbruch während der Dunkelphase oder kein sauberes 12/12.

Häufige Fragen

Wie weit muss die Beleuchtung von der Pflanze weg?

In der Wachstumsphase 40 bis 60 cm, in der Blüte 30 bis 45 cm. Bei Stecklingen und Sämlingen 50 bis 70 cm mit gedimmter Lampe.

Wie viele Stunden Licht braucht Cannabis?

18 Stunden im Wachstum, 12 Stunden in der Blüte — bei photoperiodischen Sorten. Autoflowering-Sorten bleiben durchgehend bei 18 Stunden.

Wie viel Watt für drei Pflanzen?

Eine LED mit 100 bis 150 Watt tatsächlicher Leistungsaufnahme reicht für die drei Pflanzen, die das Cannabisgesetz erlaubt.

Reicht Tageslicht am Fenster?

Für die ersten Tage eines Stecklings ja. Für einen vollständigen Zyklus nein — durch Fensterglas kommt zu wenig an, und die Lichtdauer lässt sich nicht steuern.

Darf während der Blüte Licht in die Dunkelphase fallen?

Nein. Die zwölf Stunden Dunkelheit sollten ununterbrochen sein; wiederholte Lichteinbrüche können die Blüte verzögern oder die Pflanze zwittern lassen.

Passende Sorten

Alle lieferbaren Sorten findest du unter Hanfstecklinge, gezielt nach Wirkstoff bei THC-Stecklingen und CBD-Stecklingen.

H
Hanfstecklingshop Redaktion